Frank Woll

Stadtkapelle Landau e.V.

stadtkapelle-landau.de

Wie erlebst Du die Zeit der Corona-Krise? Wie wirkt sich das auf Deinen Alltag und Dein Schaffen aus?

Als Vorsitzender der Stadtkapelle Landau, also einer Gemeinschaft, die sowohl künstlerisch (sinfonisches Blasorchester, Big Band, Jugendblasorchester, Ensembles), musikpädagogisch (Musikschule), als auch sozial (zwischenmenschlich) zusammenhängt, treibt mich weniger die Sorge an meiner eigenen Situation in der Corona-Krise um, sondern mehr die Frage, wo der Gesamtverein am Ende der Krise stehen wird und wie ein Neustart möglich sein wird.

Optimistisch stimmt mich das Miteinander aller Vereinsmitglieder. Es herrscht ein reger Austausch unter Musikern, Dirigenten und dem Vereinsvorstand. Ich muss das nicht alleine durchstehen. Es werden kreative Ideen entwickelt. Individuelle Talente und Engagement der Mitglieder kommen zum Vorschein. Jetzt wünsche ich mir Geduld und dass der Alltag und mein Schaffen wieder in erster Linie vom Organisieren des lebendigen Betriebes als vom Verwalten bestimmt wird.

Es wurden jede Menge Hilfspakete geschnürt – auch für Kulturschaffende und die Veranstaltungsbranche. Funktioniert das für Dich?

Der Zuschuss im Rahmen des Hilfspakets »Miteinander in Landau« hat der Stadtkapelle über das erste Halbjahr 2020 geholfen. Beantragung und Abwicklung liefen reibungslos und mit einem Minimum an Bürokratie. November-/Dezember-Hilfe haben wir beantragt. Das Verfahren ist kompliziert und nur mit externem Sachverstand zu stemmen. Ebenso die Überbrückungshilfe III, an die wir uns noch nicht gewagt haben, in der Hoffnung, dass das Verfahren möglicherweise noch vereinfacht wird.

Was sind Deine Wünsche für die Zukunft der Kulturstadt Landau?

Ganz eindeutig eine bestmögliche Vernetzung und offenen Austausch zwischen Veranstaltern, Akteuren, Bürokratie und Kulturpolitik über die Statusgrenze »professionelle Szene« vs. »Laienkulturszene« hinweg. Ebenso eine Erweiterung der Möglichkeiten, Kultur anzubieten. Reduzierung bürokratischer Hürden. Wertschätzung aller Kulturschaffender.